F.C.I.-Rasse Standard Nr. 235/10.04.2002/D
Ursprung: Deutschland
Datum der Publikation des gültigen Original-Standard: 13.03.2001
Verwendung: Begleit-, Wach- und Schutzhund.
F. C. I. - Klassifikation:
Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer
Sennenhunde und andere Rassen
Sektion 2.I: Molossoide, doggenartige Hunde
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Die Deutsche Dogge vereinigt in ihrer edlen Gesamterscheinung
bei einem großen, kräftigen und wohlgefügten Körperbau, Stolz,
Kraft und Eleganz. Durch Substanz, gepaart mit Adel, Harmonie
der Erscheinung, mit einer wohlproportionierten Linienführung
sowie mit ihrem besonders ausdrucksvollen Kopf, wirkt sie auf
den Betrachter wie eine edle Statue. Sie ist der Apoll unter den
Hunderassen.
WICHTIGE PROPORTIONEN:
Das Gebäude erscheint nahezu quadratisch; dies gilt besonders
für Rüden. Die Rumpflänge (Brustbeinspitze bis Sitzbeinhöcker)
soll die Widerristhöhe bei Rüden um nicht mehr als 5% und bei
Hündinnen um nicht mehr als 10% überschreiten.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN):
Freundlich, liebevoll und anhänglich gegenüber ihren Besitzern,
besonders gegenüber den Kindern, zurückhaltend gegenüber
Fremden. Gefordert wird ein selbstsicherer, unerschrockener,
leichtführiger gelehriger Begleit- und Familienhund mit einer
hohen Reizschwelle, ohne Aggressivverhalten.
KOPF:
OBERKOPF:
SCHÄDEL:
In Harmonie zur Gesamterscheinung, langgestreckt, schmal,
markant, ausdrucksvoll, fein gemeißelt (besonders die Partie
unter den Augen), die Augenbrauenbögen gut entwickelt, ohne
jedoch hervorzutreten. Der Abstand von der Nasenspitze zum Stop
und vom Stop zum schwach ausgeprägten Hinterhauptbein soll
möglichst gleich sein. Die oberen Linien von Fang und Schädel
sollen parallel verlaufen. Von vorne gesehen muss der Kopf
schmal erscheinen, wobei der Nasenrücken möglichst breit und die
Backenmuskeln nur leicht angedeutet sein sollen, keinesfalls
stark hervortretend.
STOP:
Deutlich betont.
GESICHTSSCHÄDEL:
NASENSCHWAMM:
Gut ausgebildet, mehr breit als rund und mit großen Öffnungen.
Er muss schwarz sein, mit Ausnahme bei schwarz-weiß gefleckten
Doggen. Bei diesen ist eine schwarze Nase erwünscht und eine
schwarz gefleckte oder fleischfarbene zu tolerieren. Bei blauen
Hunden ist die Nase anthranzitfarbig (aufgehelltes Schwarz).
FANG:
Soll tief und möglichst rechteckig sein. Gut erkennbare
Lefzenwinkel. Dunkel pigmentierte Lefzen. Bei schwarz-weiß
gefleckten Doggen sind unvollständig pigmentierte oder
fleischfarbene Lefzen zu tolerieren.
KIEFER / ZÄHNE:
Gut ausgebildete, breite Kiefer. Kräftiges, gesundes und
vollständiges Scherengebiss (42
Zähne gemäß der
Zahnformel).
AUGEN:
Mittelgroß mit lebhaftem, klugem, freundlichem Ausdruck,
möglichst dunkel, mandelförmig mit gut anliegenden Lidern. Bei
blauen Doggen sind etwas hellere Augen zulässig. Bei
schwarz-weiß gefleckten Doggen sind helle oder Augen von
unterschiedlicher Farbe zu tolerieren.
OHREN:
Von Natur aus hängend, hoch angesetzt, von mittlerer Größe,
vordere Ränder an den Backen anliegend.
HALS:
Lang, trocken, muskulös. Gut ausgebildeter Ansatz, sich zum Kopf
hin leicht verjüngend mit geschwungener Nackenlinie.
Aufgerichtet getragen, dabei etwas schräg nach vorne geneigt.
KÖRPER:
Widerrist:
Der höchste Punkt des kräftigen Körpers. Er wird gebildet durch
die Schulterblattkämme, die die Dornfortsätze überragen.
Rücken:
Kurz und straff, in annähernd gerader Linie geringfügig nach
hinten abfallend.
Lenden:
Leicht gewölbt, breit, kräftig bemuskelt.
Kruppe:
Breit, stark bemuskelt, vom Kreuzbein zum Rutenansatz hin leicht
abfallend und unmerklich mit dem Rutenansatz verlaufend.
Brust:
Bis zu den Ellenbogengelenken reichend. Gut gewölbte, weit
zurückreichende Rippen. Brust von guter Breite, mit ausgeprägter
Vorbrust.
Untere
Profillinie und Bauch:
Bauch nach hinten aufgezogen, mit der Unterseite des Brustkorbes
eine schön geschwungene Linie bildend.
RUTE:
Bis zum Sprunggelenk reichend. Hoch und breit angesetzt, sich
zum Ende hin gleichmäßig verjüngend. In der Ruhe mit natürlichem
Schwung herabhängend, in der Erregung oder in der Bewegung
leicht säbelartig getragen, doch nicht wesentlich oberhalb der
Rückenlinie. Bürstenrute nicht erwünscht.
GLIEDMASSEN VORDERHAND:
Schultern:
Kräftig bemuskelt. Das Schulterblatt, lang und schräg liegend,
bildet mit dem Oberarm einen Winkel von etwa 100 bis 110 Grad.
Oberarm:
Kräftig und muskulös, gut anliegend, sollte etwas länger als das
Schulterblatt sein.
Ellenbogen:
Weder aus- noch einwärts drehend.
Unterarm:
Kräftig, muskulös, von vorne und von der Seite gesehen völlig
gerade.
Vorderfußwurzelgelenk:
Kräftig, stabil, sich nur unwesentlich von der Struktur des
Unterarms abhebend.
Vordermittelfuß:
Kräftig, von vorne gesehen gerade, von der Seite gesehen nur
gering nach vorne gerichtet.
Vorderpfoten:
Rundlich, hoch gewölbt mit eng anliegenden Zehen Katzenpfoten.
Krallen kurz, stark, möglichst dunkel.
HINTERHAND:
Das gesamte Knochengerüst ist von starken Muskeln bedeckt, die
die Kruppe, die Hüfte und die Oberschenkel breit und abgerundet
erscheinen lassen. Die kräftigen, gut gewinkelten Hinterläufe
stehen, von hinten gesehen, parallel zu den Vorderläufen.
Oberschenkel:
Lang, breit, sehr muskulös.
Knie:
Kräftig, nahezu senkrecht unter dem Hüftgelenk stehend.
Unterschenkel:
Lang, von etwa gleicher Länge wie der Oberschenkel, gut
bemuskelt.
Sprunggelenk:
Kräftig, stabil, weder nach innen noch nach außen gerichtet.
Hintermittelfuß:
Kurz, kräftig, nahezu senkrecht zum Boden stehend.
Hinterpfoten:
Rundlich, hoch gewölbt mit eng anliegenden Zehen (Katzenpfoten).
Krallen kurz, stark, möglichst dunkel.
GANGWERK:
Harmonisch, geschmeidig, raumgreifend, leicht federnd, wobei
sich die Läufe, von vorne und von hinten gesehen, parallel
bewegen müssen.
HAUT:
Straff anliegend, bei Einfarbigen gut pigmentiert. Bei
schwarz-weiß gefleckten Doggen entspricht die Pigmentverteilung
überwiegend der Fleckung.
HAARKLEID:
Haar:
Sehr kurz und dicht, glatt anliegend, glänzend.
Farbe:
Die Deutsche Dogge wird in drei selbständigen Varietäten
gezüchtet: Gelb und Gestromt, Gefleckt und Schwarz, Blau.
Gelb:
Hellgoldgelb bis zum satten Goldgelb, schwarze Maske erwünscht.
Nicht erwünscht sind kleine weiße Abzeichen an Brust und Zehen.
Gestromt:
Grundfarbe Hellgoldgelb bis zum satten Goldgelb, mit schwarzen,
möglichst gleichmäßigen und klar gezeichneten, in Richtung der
Rippen verlaufenden Streifen; schwarze Maske erwünscht. Nicht
erwünscht sind kleine weiße Abzeichen an Brust und Zehen.
Schwarz-Weiß gefleckt (Sog. Tigerdoggen):
Grundfarbe rein weiß, möglichst ohne jede Stichelung, mit über
den ganz Körper gut verteilten, ungleichförmigen, zerrissenen,
lackschwarzen Flecken. Nicht erwünscht sind graue oder
bräunliche Fleckenanteile.
Schwarz:
Lackschwarz, weiße Abzeichen sind zugelassen; hierzu zählen auch
die Manteltiger, bei denen das Schwarz mantelartig den Körper
bedeckt und Fang, Hals, Brust, Bauch Läufe und Rutenspitze weiß
sein können, so wie Doggen mit weißer Grundfarbe und großen
schwarzen Platten (Plattenhunde).
Blau:
Rein stahlblau, weiße Abzeichen an Brust und
Pfoten sind
zugelassen.
GRÖSSE
Widerristhöhe:
Bei Rüden mindestens 80cm,
Bei Hündinnen mindestens 72cm
FEHLER:
Jede Abweichung von
den genannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen
Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen
sollte.
Allgemeines Erscheinungsbild:
Mangelndes Geschlechtsgepräge, fehlende Harmonie, zu leicht, zu
grob.
Wesen:
Mangelnde Selbstsicherheit, nervös, niedrige Reizschwelle.
Kopf:
Nicht parallel verlaufende Kopflinie, Apfelkopf, Keilkopf, zu
wenig Stop, stark ausgeprägte Backenmuskulatur.
Fang:
Spitz, mangelnde Belefzung, zu weit überhängende Lefzen
(Flatterlippen). Nasenrücken konkav (Sattelnase), konvex (Ramsnase)
oder vorne abfallend (Adlernase).
Kiefer / Zähne:
Alle Abweichungen vom vollständigen Gebiss (zu tolerieren ist
nur das Fehlen der PM1 im Unterkiefer): unregelmäßige Stellung
einzelner Schneidezähne, soweit der Gebissschluss überwiegend
erhalten bleibt, zu kleine Zähne.
Augen:
Lose Lider, zu stark gerötete Bindehäute; helle, stechende,
bernsteingelbe Augen; wässerigblaue oder Augen von
unterschiedlicher Farbe bei allen Einfarbigen. Zu weit
auseinander stehende Augen oder ,,Schlitzaugen", vorstehende
oder tiefliegende Augen.
Ohren:
Zu hoch oder zu tief angesetzt, seitlich abstehend oder flach
anliegend.
Hals:
Kurzer, dicker Hals, Hirschhals, zuviel lose Kehlhaut oder
Wamme.
Rücken:
Senkrücken, Karpfenrücken, zu langer Rücken, nach hinten
ansteigende Rückenlinie.
Kruppe:
Stark abfallend oder waagerecht gelagert.
Rute:
Zu starke, zu lange oder zu kurze, zu tief angesetzte, zu hoch
über der Rückenlinie, hakenförmig oder geringelt getragene sowie
seitlich abgedrehte Rute. Aufgeschlagene, am Ende verdickte oder
kupierte Rute.
Brustkorb:
Flache oder tonnenförmige Rippen, fehlende Brustbreite oder -
tiefe, zu stark hervortretendes Brustbein.
Untere Linie:
Zu wenig aufgezogene Bauchlinie; mangelhaft zurückgebildetes
Gesäuge.
Vorderhand:
Nicht genügend gewinkelt. Leichte Knochen, schwach bemuskelt.
Kein senkrechter Stand.
Schultern:
Lose, überladen. Steilliegendes Schulterblatt.
Ellenbogen:
Lose, nach innen oder nach außen gedreht.
Unterarm:
Gebogen. Auftreibungen oberhalb des Vorderfußwurzelgelenks.
Vorderfußwurzelgelenk:
Aufgetrieben. Erheblich nachgebend oder überknickend.
Vordermittelfuß:
Zu schräg oder zu steil gestellt.
Hinterhand:
Zu offene oder zu geschlossene Winkelungen. Kuhhessiger,
enghessiger oder faßbeiniger Stand.
Sprunggelenk:
Aufgetrieben, instabil.
Pfoten:
Flach, gespreizt, lang, Afterkrallen.
Gangwerk:
Zu wenig raumgreifend, unfreie Aktion, häufiger oder ständiger
Paßgang, mangelnde Übereinstimmung zwischen Vorder- und
Hinterhandaktionen.
HAAR:
Stockhaar, stumpfes Haar.
FARBE:
Gelb:
Gelbgraue, gelbblaue, isabell oder schmutzig-gelbe Farbe.
Gestromt:
Grundfarbe silberblau oder isabell, verwaschene Stromung.
Schwarz-Weiß
gefleckt:
Blau-grau gestichelte Grundfarbe, größere gelb-graue oder
blau-graue Fleckenanteile.
Schwarz:
Gelb-, braun - oder blauschwarze Farbe.
Blau:
Gelb- oder schwarzblaue Farbe.
SCHWERE FEHLER:
Wesen:
Scheue.
Kiefer / Zähne:
Zangenbiß
Augen: Ektropium,
Entropium.
Rute: Knickrute.
Zucht AUSSCHLIESSENDE
FEHLER:
Wesen:
Aggressivität, Angstbeissen.
Nase: Leberfarbene
Nase, Spaltnase.
Kiefer / Zähne:
Vorbiss, Rückbiss, Kreuzbiss
Farbe:
Gelbe und gestromte Doggen mit weißem Stirnstrich, weißem
Halsring, weißen Pfoten oder ,,Strümpfen" und weißer
Rutenspitze.
Blaue Doggen mit
weißem Stirnstrich, weißem Halsring, weißen ,,Strümpfen" oder
weißer Rutenspitze.
Bei schwarz-weiß gefleckten Doggen: Weiße ohne jedes Schwarz
(Albinos) sowie taube Doggen; sogenannte Porzellantiger (diese
zeigen vorwiegend blaue, graue gelbe oder auch gestromte
Flecken); sogenannte Grautiger (diese haben bei schwarzer
Fleckung eine graue Grundfarbe).
Größe: Unter
Mindestgrösse.
NB: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden
aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.